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Stahl, Edelstahl und Chirurgiestahl

Alle Begriffe gehören zum normalen Sprachgebrauch und doch wissen die wenigsten, was sich im einzelnen dahinter verbirgt. Deshalb hier eine kurze Einführung.

Die ältesten Eisengegenstände, die Menschen hergestellt haben, sind ca. 6000 Jahre alt. In Europa haben etwa 700 v. Chr. die Kelten erstmalig begonnen Eisenerz zu verhütten (Erhitzen von Eisenerz im Holzkohlefeuer unter starker Luftzufuhr). Bei diesem Prozess entsteht Roheisen. Roheisen hat einen Kohlenstoffanteil von ca. 3,5 - 4,5%, ist deshalb spröde und wird beim Erhitzen sofort weich. Um aus Roheisen Stahl zu machen, muss der Kohlenstoffgehalt auf unter 1% herabgesetzt werden. Dies wurde früher durch mechanische Bearbeitung (schmieden) erreicht. Heute geschieht dies durch verschiedene Raffinationsprozesse, bei denen der Stahl auch von störenden Begleitstoffen wie z. B. Schwefel, Phosphor etc. gereinigt wird.

Stahl ist gereinigtes Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt von weniger als 1%.

Stahl wird erst durch die Zulegierung geeigneter Stahlveredler zum Edelstahl. Stahlveredler sind zum Beispiel:

Chrom - verbessert die Härte.

Nickel und Vanadium - erhöhen die Zähigkeit.
Molybdän - verbessert die Wärmefestigkeit.

Je nach Einsatzgebiet (Medizin, Chemie-oder Atomindustrie etc.) werden durch die Zulegierungen Materialbeschaffenheit und Eigenschaften beeinflusst.

Edelstahl ist mit Zulegierungen veredelter Stahl.

Edelstahl kann mit Hilfe von bestimmten Zusätzen wie Chromoxid oder Stickstoff zu Chirurgiestahl weiterverarbeitet werden. Dabei wird der Nickelanteil gebunden und kann deshalb nicht ohne weiteres herausgelöst werden. In der Regel wird Chirurgiestahl nur für Instrumente im operativen Bereich oder z. B. für Piercings verwendet.

Chirurgiestahl ist Edelstahl, in dem der Nickelanteil durch Zusätze gebunden wurde.

Jeder Edelstahl auch Chirurgiestahl enthält Nickel.

Durch den permanenten Kontakt z. B. mit Säuren oder Schweiss kann aus Edel-oder Chirurgiestahl und sogar Implantatstahl Nickel herausgelöst werden und allergische Reaktionen auslösen (der Sauerstoff im Blut wirkt wie eine Säure). Leider passiert dies bei Implantatstahl sogar häufiger als man denkt.

Unbedenklich im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen ist lediglich der Einsatz von Titan.

Es gibt noch verschiedene Methoden der Oberflächenbearbeitung, um einem Produkt bestimmte Eigenschaften zu geben. Polieren z. B. verkleinert die Oberfläche und schafft damit weniger Angriffsfläche für äussere Einflüsse (Implantatstahl ist in der Regel immer poliert). Oft werden Instrumente auch mattiert bzw. sogar geschwärzt, um Lichtreflexionen bei Untersuchungen oder Operationen zu vermeiden.

Egal ob Edel-Chirurgie-oder Implantatstahl, die Qualität offenbart sich erst bei intensiver Nutzung.
Alle Stähle, schlechte schneller - gute weniger schnell, reagieren bei starker Beanspruchung im Lauf der Zeit mit Anlauffarben oder Aufbrüchen in der Oberfläche (kristalline Auswaschungen). Permanenter Kontakt mit Sekreten, Säuren, Reinigungs-und Desinfektionsmitteln, mehrmaliges sterilisieren täglich usw., beansprucht das Material extrem. Deshalb unterscheidet man bei Instrumenten im Gesundheitswesen in Stations-und OP-Ware.
Im operativen Bereich werden überwiegend Instrumente aus Chirurgiestahl eingesetzt, da sie den oben beschriebenen Belastungen ausgesetzt sind. Stations-Ware für den diagnostischen und therapeutischen Bereich ist meist aus Edelstahl oder verchromt und wird weit weniger stark beansprucht.

Alle in unserem Shop angebotenen medizinischen Instrumente sind, wenn nicht anders beschrieben, aus Edelstahl gefertigt. Sie erfüllen alle Anforderungen des Medizintechnik-Produktegesetzes, sind aber, aufgrund neuester EU Bestimmungen, nicht für chirurgische Eingriffe am Menschen zugelassen.

Gerd Krause Medizintechnik

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